Menschen streben nach Perfektion, Weiterentwicklung und Macht. Das ist der Grund aus dem immer wieder nach weiteren Verbesserungen geforscht wird, warum neue Erfindungen entstehen. Doch was passiert, wenn es sich bei einer dieser Erfindungen um lebende Waffen handelt, die sich plötzlich gegen die Menschheit selbst richten? Wenn dein Beschützer plötzlich dein größter Feind wird?
Genau diese Fragen stellt sich Amy Erin Thyndal in ihrer neuen Dilogie "Die Legende der Assassinen". In ihrem ersten Band "Uprising" beschreibt sie den Fall der Menschheit und den Aufstieg und die Rebellion der Assets, den extra zum Schutz der Menschen gezüchteten Soldaten. Mit ihren Klauen und übermenschlichen Fähigkeiten ist es ihre Aufgabe loyal und gehorsam die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten. Doch eines Tages wendet sich das Blatt und die vorherigen Beschützer werden zu den schlimmsten Feinden, die die Menschheit je gesehen hat. Zwischen all dem befindet sich Esme, die sich auf einmal zwischen den Fronten wiederfindet, als sie erkennt, dass zumindest ein Asset ganz anders zu sein scheint.
Das Buch verspricht eine düstere und actiongeladene Geschichte mit einer zerrissenen Protagonistin, die einen nicht mehr loslässt. Das kann ich auf jeden Fall bestätigen, denn auch wenn mich nicht alles an der Geschichte komplett überzeugen konnte, war es mir nicht möglich, das Buch aus der Hand zu legen. Man wird sofort in die Geschichte hineinkatapultiert und es geht rasant los, sodass man als Leser kaum Zeit hat seine Gedanken zu ordnen. Dieser Umstand hat mich persönlich ein klein wenig gestört, da ich mich gern erst richtig in die Welt eingefunden hätte. Gleichzeitig unterstreicht dieser Umstand, aber auch die Plötzlichkeit mit der die Ereignisse auf die Menschheit dort einprasseln. Vor allem der Beginn ist also geprägt von einer angespannten Atmosphäre, die sich gleich mit dem ersten Satz entwickelt. Der Leser wird während der ersten Kapitel mit einigen schaurigen und erschreckenden Bildern konfrontiert, die ich in dem Ausmaß selbst nicht erwartet hatte, deswegen hier die Vorwarnung ;)
Im mittleren Teil kehrt dann allmählich wieder eine gewisse Ruhe ein, die dem Leser etwas Zeit gibt die Ereignisse zu verarbeiten und die Charaktere besser kennenzulernen. Vor allem die Interaktion zwischen Esme und dem Asset Atair spielen in diesem Teil eine wichtige Rolle. Hier werden dann auch einige tiefer gehende Fragen aufgeworfen, zum Beispiel was einen Menschen menschlich macht, die sowohl die Charaktere als auch den Leser selbst zum Nachdenken anregen.
Im letzten Abschnitt kam dann nochmal mit weiteren Kämpfen eine größere Portion Action und Spannung hinein, bis die Geschichte mit einem Cliffhanger den Leser neugierig auf Band 2 zurückließ.
Umrahmt wird die Hauptgeschichte von einer Nebenhandlung, die sich in einer anderen Zeitebene abspielt. Dies macht die Story noch interessanter und bildet einen passenden Vor- und Abspann, der Lust auf Mehr macht.
Die Protagonisten dieser Geschichte sind das Menschenmädchen Esme und der Asset Atair, wobei die Story aus der Sicht von Esme erzählt wird. In dieser Konstellation bilden die beiden ein interessantes Paar, weil sie eigentlich Feinde sein sollten, dies aber nicht so ganz können. Esme, die im großen New York ihren Träumen hinterherjagt und sich plötzlich einem Albtraum gegenüber sieht, wirkte auf mich zu Beginn wie eine Protagonistin, die ich durchaus schätzen könnte. Leider wurde sie im Verlauf der Geschichte durch bestimmte Verhaltensweisen und Anspielungen in eine Richtung gedrängt, die sie mir etwas unsympathisch machte, wodurch ich auch nicht komplett mit ihr warm wurde und sie desöfteren durch ihr unrealistisches Verhalten meinen Zorn auf sich zog. Dem gegenüber steht der geheimnisvolle Atair, der mit seiner leicht verwirrten aber auch beschützenden Art recht anziehend wirkte, den ich aber leider immer noch nicht so ganz durchschaut habe. Mit seinem widersprüchlichen Verhalten wirft er Fragen auf, denen der Leser nur zu gern auf den Grund gehen würde. Trotz einiger Szenen, die doch auch einen Blick hinter die Fassaden erlaubten, habe ich das Gefühl bis jetzt bei beiden Charakteren nur an der Oberfläche gekratzt zu haben. Deswegen bin ich gespannt, ob sie im zweiten Teil ihr volles Potenzial ausschöpfen können.
Fazit
Trotz einiger Kritikpunkte konnte mich das Buch als Urban Fantasy Roman fesseln. Die rasante Handlung bringt eine ordentliche Portion Spannung in die Geschichte, obwohl es auch tiefere Momente gibt, die zum Nachdenken anregen. So oder so wirkt das Buch durch die aufgeweckten Gefühle in mir nach, auch wenn diese nicht nur positiv sind.